Aktualisierungen

15.09.2021 23:10

neue Rezensionen online

BEZZEL, E.: Die schönsten Vogelgeschichten aus "Brehms Thierleben" - ausgewählt und heute erzählt,

REICHHOLF, J.:  Flussnatur - Ein faszinierender Lebensraum im Wandel

Weiterlesen …

06.09.2021 18:15

diverse Seiten aktualisiert

- diverse neue Presseberichte auf den Seiten Landwirtschaft und Naturschutz, Wiesenwettbewerb, Nationalpark, Grenztrail
- Themenseite Natur und Kunst aktualisiert

29.08.2021 17:00

neue Themenseite Grenztrail

Presseberichte und Infos zum geplanten Grenztrail

Weiterlesen …

17.08.2021 18:05

Themenseiten aktualisiert

neue Pressemeldungen auf Themenseiten Wald und Landwirtschsft&Naturschutz

NSG Eilsbusch bei Wethen

<<  zur NSG-Übersicht  >>

Erstausweisung: 1987
Stadt: Diemelstadt (Wethen)
MTB 4520
Schutzgrund: Bot, Zool
Größe: 3,14 ha
FFH-Gebiet Nr. 4520-304


Lage und Besonderheiten
Der Eilsbusch - auch Engelsbusch genannt - bei Wethen ist das kleinste Naturschutzgebiet in Waldeck-Frankenberg, aber aus botanischer Sicht ein Juwel. Das NSG liegt im äußersten Norden Waldecks, südöstlich von Wethen in der Nähe der Teichmühle an der Straße (K I) von Wethen nach Germete (NRW).

 

Außer dem Wald gehören zum Gebiet Grünlandflächen und ein ehemaliger Steinbruch. Der Steinbruch im Südteil des NSG ist geologisch bedeutend, weil hier die Schichtenfolge des Oberen Muschelkalks repräsentativ aufgeschlossen ist. Hier kommen fossilienreiche Schichten mit Ceratiten (eine Ammonitengattung) und Trochiten (Stielglieder der Seelilien) vor.

 

Der Wald wurde früher von den Landwirten als Niederwald genutzt, dafür sprechen die zahlreichen Stockausschläge und der Name Eilsbusch. Der Eilsbusch weist ein relativ trocken-warmes Klima auf.

 

Besucherhinweis:
Von der Kreisstraße aus (s. o.) gelangt man über einen Feldweg zum NSG. Durch den Hainbuchenwald führt ein schmaler Pfad bis zur Kuppe.

 

 

 

Kurzübersicht Pflanzenwelt
Pflanzensoziologisch ist er ein Waldlabkraut-Eichen-Hainbuchen-Wald. Neben der dominierenden Hainbuche kommen Stiel-Eiche, Winter- und Sommer-Linde, Rot-Buche, Feld-Ahorn und Berg-Ulme vor. An den Bäumen rankt z. T. Efeu empor. Eine Strauchschicht ist nur in Teilbereichen des Waldrandes ausgeprägt.

 

Die Krautschicht hingegen ist besonders üppig und im Frühjahr sehr farbenreich ausgebildet. Kennzeichnende Arten der Gesellschaft sind neben dem Wald-Labkraut (Galium sylvaticum) die Große Sternmiere (Stellaria holostea), das Wald-Knäuelgras (Dactylis polygama) und der Gold-Hahnenfuß (Ranunculus auricomus). Wärme- und Trockenheitszeiger sind Straußblütige Wucherblume (Tanacetum corymbosum), Finger-Segge (Carex digitata) und die Orchidee Weißes Waldvöglein (Cephalanthera damasonium) - Arten, die auch in Kalk-Buchenwäldern heimisch sind.

 

Typische Frühblüher sind Busch-Windröschen (Anemone nemorosa), Gelbes Windröschen (Anemone ranunculoides), Leberblümchen (Hepatica nobilis), Frühlings-Platterbse (Lothyrus vernus) und eine große Population der Türkenbund-Lilie (Lilium martagon). Aus pflanzengeografischer Sicht sind die Vorkommen von Langblättrigem Hasenohr (Bupleurum longifolium) und Blaurotem Steinsame (Lithospermum purpurocaeruleum) bemerkenswert, denn beide Arten befinden sich am Nordwestrand ihres Verbreitungsgebietes. In Waldeck-Frankenberg beschränkt sich die Verbreitung beider Arten auf den Nordosten des Kreisgebietes, z. B. an der Kugelsburg bei Volkmarsen.



Am nordexponierten Unterhang mit seinem tiefgründigen und sickerfeuchten Boden wächst Bär-Lauch (AIlium ursinum). Gemessen an der geringen Größe des NSG ist die Anzahl von 310 nachgewiesenen Pflanzenarten beeindruckend. Diese hohe Artenzahl ist auch wesentlich dadurch bedingt, dass zu dem Gebiet artenreiches Grünland gehört. In einem Enzian-Fiederzwenken-Rasen kommen als markante Arten Stängellose Kratzdistel (Cirsium acaule), Gewöhnliches Zittergras (Briza media), Purgier-Lein (Linum catharticum) und Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria) vor. Eine Mähwiese weist mit Glatthafer (Arrhenatherum elatius) und Wiesen-Labkraut (Galium album) die beiden Kennarten einer Glatthafer-Wiese auf.
 

 

Kurzübersicht Tierwelt

3 Reptilienarten nachgewiesen: Blindschleiche, Waldeidechse und Zauneidechse.

8l Spinnenarten bisher erfasst

 

33 registrierte Laufkäferarten (u. a. deutschlandweit gefährdeter Kurzgewölbter Laufkäfer (Carabus convexus), der warme Standorte bevorzugt.

 

77 nachgewiesene Schmetterlingsarten (davon 28 Tagfalter), insbesondere Charakterarten des trocken-warmen Graslandes wie z. B. der Thymian-Ameisenbläuling (FFH-Art) sowie die gefährdeten Arten Mattscheckiger Braundickkopffalter und Himmelblauer Bläuling. Auch Kleinschmetterlinge wie z. B. das Rainfarngeistchen (Platyptilia tetradactyla) sind typisch für das Gebiet.

 

 

Klicken Sie auf die Miniaturen, um sie zu vergrößern.



Genauere Informationen zu

Flora, Fauna und Insektenwelt

des Naturschutzgebietes finden sich

auf den Seiten 102 -104 in:
„Naturschutzgebiete in Hessen“, Band 4:

Waldeck Frankenberg und Nationalpark Kellerwald-Edersee

 

<<  zur NSG-Übersicht  >>