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Die Brutvögel Nordrhein-Westfalens

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Die Brutvögel Nordrhein-Westfalens

GRÜNEBERG, C., S. R. SUDMANN sowie J. WEISS, M. JÖBGES, H. KÖNIG. V. LASKE, M. SCHMITZ u. A. SKIBBE (2013): Die Brutvögel Nordrhein-Westfalens. NWO u. LANUV (Hrsg.),  LWL-Museum für Naturkunde, Münster, 480 S., 24,90 €, ISBN: 978-3-940726-24-7

 

Die Brutvögel Nordrhein-WestfalensDie Ergebnisse der bundesweiten Brutvogelkartierung ADEBAR der Jahre 2005 bis 2008 (mit Nachkartierung 2009) flossen bemerkenswert zeitnah in das von der HGON 2010 herausgegebene Buch „Vögel in Hessen“ ein. Nun haben auch die Ornithologen unseres Nachbarbundeslandes Nordrhein-Westfalen ihren Brutvogelatlas herausgebracht, immerhin noch vor dem Atlas für ganz Deutschland.

Wie in Hessen erfolgte die Kartierung in dem flächengrößten Bundesland nicht, wie bundesweit vorgegeben, auf der Basis von topografischen Karten 1 : 25.000, sondern auf der wesentlich präziseren Basis von deren Quadranten. Bei 1.140 Quadranten eine Abdeckung von mehr als 90 Prozent zu erreichen, ist wirklich eine großartige Leistung der über 700 Kartierer. Die Daten für die restlichen Bereiche wurden recherchiert bzw. von Gebietskennern abgeschätzt. Ebenso wie in Hessen wurden die häufigen Arten nicht flächendeckend, sondern im Rahmen von Stichproben auf zufallsverteilten Untersuchungsflächen (Monitoring des DDA) bearbeitet.

Der hessische und der nordrhein-westfälische Brutvogelatlas unterscheiden sich in ihrer Konzeption. Das hessische Buch bietet großformatige aktuelle Karten und auch großformatige Bilder mit besonderem Anspruch an die fotografische Qualität und die ungegliederten Texte sind relativ knapp gehalten,
so dass dieses Werk in stärkerem Maße einen breiteren Kreis von Naturfreunden anspricht. Das nordrhein-westfälische Werk hingegen ist fachlich breiter angelegt und für Ornithologen deutlich informativer. Da für die Landesteile Rheinland und Westfalen bereits Brutvogelatlanten mit Darstellung der Situation in den 1990er Jahren vorlagen, war es in den doppelseitigen Artkapiteln möglich, der aktuellen Karte jeweils eine Vergleichskarte gegenüberzustellen. Aus den beiden Karten konnte jeweils sowohl die Arealveränderung als auch die Bestandsveränderung entnommen werden. Das sei beispielhaft an der Bekassine als Vogel des Jahres verdeutlicht. Bei dieser in NRW vom Aussterben bedrohten Art beträgt der Arealverlust innerhalb von nur etwa zwei Jahrzehnten 67 Prozent und der Brutbestand sank um 60 Prozent. Die recht ausführlichen und mit zahlreichen Literaturverweisen versehenen Texte sind gegliedert in Verbreitung, Lebensraum, Bestandsentwicklung sowie Gefährdung und Schutzmaßnahmen. Die Bestandssituation in NRW wird durchgehend mit der in Deutschland unter Verweis auf den in Vorbereitung befindlichen ADEBAR-Atlas, aber auch mit der in den benachbarten Niederlanden verglichen, öfter finden sich zudem Hinweise auf die europaweite Situation.


Insgesamt wurden in NRW 194 Brutvogelarten erfasst. Der Atlas führt den drastischen Artenschwund in der Agrarlandschaft vor Augen, zum Beispiel bei Kiebitz, Feldlerche und Braunkehlchen. Dem stehen positive Entwicklungen gegenüber zum Beispiel bei Uhu, Wanderfalke, Schwarzstorch, Kolkrabe und Heidelerche. Insgesamt aber eine traurige Bilanz: In den letzten 50 bis 150 Jahren sind in NRW über 55 Prozent aller Arten zum Teil dramatisch zurückgegangen. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts starben 23 Arten dauerhaft aus. In dem Kartierungszeitraum 2005 bis 2009 wurden 20 Neozoen erfasst, von denen 16 regelmäßig brüten.

Für die Ornithologen in Waldeck-Frankenberg sind natürlich die Karten bezüglich des hessisch-westfälischen Grenzbereiches von besonderem Interesse. Einbezogen wurden nämlich alle Quadranten, die zu mindestens zehn Prozent in NRW liegen. Bei größeren Arten wie Uhu Wanderfalke oder Schwarzstorch reichen zudem sicher einige Reviere in das hessische Gebiet hinein. Allerdings gibt es entlang der Grenze zu Waldeck-Frankenberg eine Reihe von Quadranten, bei denen nicht das gesamte Artenspektrum erfasst werden konnte.

Zu dem NRW-Brutvogelatlas existiert auch eine Online-Ausgabe mit Kurzfassungen der Artkapitel: atlas.nw-ornithologen.de. Aber die Anschaffung des ansprechend aufgemachten Buches mit seinen sehr informativen Karten, Grafiken und Texten zu einem ungewöhnlich niedrigen Preis sei jedoch wärmstens empfohlen.
Übrigens: Zur Förderung des Ehrenamtes haben alle Mitarbeiter, d. h. alle ADEBAR-Kartierer,  dank Förderung durch die NRW-Stiftung ein kostenloses Exemplar dieses schönen Brutvogelatlasses bekommen.

Wolfgang Lübcke

 

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